Porsche 911 2.7 Coupé Gelbgrün Shooting Coverbild

Der 1974er 150PS 911 – ein Erfahrungsbericht zum kleinen G-Modell

Es ist der Einstiegselfer aus dem ersten Modelljahr des G-Modells. Der 911 aus 1974 mit dem 2.7 Liter Motor leistet 150PS und ordnet sich damit in der Modellhierarchie unterhalb des 175PS starken 911S und des 209PS starken 911 Carrera ein. Insgesamt entstanden in der Bauzeit von 1974 bis 1977 9.699 Coupés und 7.408 Targas des Basiselfers. Im Vergleich dazu wurden vom 2.7 911S in der dreijährigen Bauzeit 8.582 Einheiten als Coupé und 7.234 Einheiten als Targa produziert. Bei einer Verteilung der Produktionszahlen von insgesamt 17.107 911 zu 15.816 911S kann man nicht wirklich von einer Seltenheit des 911S gegenüber des 911 sprechen. Entsprechend ähnlich gestaltet sich deshalb auch der Marktwert beider Modelle – die seltenere 911/91 Motorvariante mit 175PS einmal ausgenommen. Es kommt bei der Bewertung dieser 2.7er also auf andere Merkmale, wie etwa Zustand, Farbkombination und Historie an.

Porsche 911 2.7 Coupé Gelbgrün Shooting Front
Porsche 911 2.7 Coupé Gelbgrün Shooting Motor

Reichen 150PS in einem 911?

Der 2.7 150PS 911 ist mit lediglich 1.075kg Leergewicht das leichteste G-Modell und bewegt sich damit trotz der schweren wuchtigen Stoßstangen in einer Gewichtsklasse mit dem vorangegangenen F-Modell (als Beispiel der 1974er 2.4 E oder T mit 1.080kg). Die 150PS Motorleistung mit 235 NM Drehmoment haben wenig Mühe mit dem leichten Wagen und befördern ihn so aus dem Stand binnen 8,5 Sekunden auf Landstraßentempo, die ,,Beschleunigungsorgie’’ endet bei 210 km/h. Dies genügt um den 911 auch nach 40 Jahren noch sportlich um die Ecken zu stellen. Das sehr ursprüngliche Fahrwerk, die Bremse ohne Verstärkung und die schmalen Reifen tragen Ihren Teil zu einem ungefilterten und sehr spaßigen Fahrerlebnis bei.

Den Rest tut der Motorsound. Der 2.7 911 schreit in noch höheren Lagen als der 911S. Das Ansprechverhalten am Gas wirkt direkter und charakteristisch für einen 6-Zylinder Boxer entfaltet der Wagen erst jenseits der 4.000 Touren sein volles Klang- und Leistungspotential. An dieser Stelle ist erwähnenswert, dass der 150PS 911 in Sachen Drehmoment dem 911S (auch dem 175PSer) in nichts nach steht. Sowohl 911 als auch 911S haben 235NM Drehmoment, der ,,kleine’’ 911 erreicht sein Maximum sogar 200 Touren früher als sein großer Bruder bei bereits 3.800 Umdrehungen pro Minute.

Gibt es eine klare Kaufempfehlung? 

Wer sich für einen 2.7er der Baujahre 1974 bis 1977 interessiert tut gut damit den kleinen 150PSer nicht kategorisch auszuschließen. Die auf der Motorvariante basierenden Unterschiede hinsichtlich der Fahrleistungen sind sehr gering und auch der Seltenheitsaspekt, beim Vergleich der produzierten Stückzahlen, rechtfertigt im Prinzip keine Kaufentscheidung für oder gegen den kleinen 911. Die Entscheidung sollte auf anderen Kriterien, wie der Farbkombination des Interieurs und Exterieurs und natürlich des Zustands, fußen.

Wer seine Entscheidung basierend auf einem besseren Fahrerlebnis stützen möchte, sollte auf die Einstellung und Abstimmung des Fahrwerks beim schmalen G-Modell besondere Acht geben. Intakte moderne Stoßdämpfer und eine sinnvolle Einstellung der Achsgeometrie wirken sich erheblich auf Fahrstabilität und dadurch natürlich auch auf den Fahrspaß aus. Auch die Wahl der Felgen ist hierbei zu beachten. Unser Geheimtipp ist an dieser Stelle, trotz der schönen Optik der Fuchsfelge, auch mal auf die 15’’ ATS-Hackmesserfelge zurückzugreifen. Diese gab es damals bereits in den unterschiedlichen Breiten 6J für die Vorderachse und 7J Hinterachse. Durch eine breitere Felge auf der Hinterachse wird der Reifen ein wenig in die breite gespannt, das Wanken über die sonst wulstigen Reifenflanken wird reduziert und die Fahrstabilität dadurch erhöht.

Abschließend lässt sich also sagen, dass man mit richtiger Abstimmung und Wartung in jedem schmalen G-Modell viel Freude haben kann — ob 150PS 911 oder 165PS rückt dabei glatt in den Hintergrund.